Beim 0:3 gegen den FC Gütersloh zeigt der SV Zweckel einmal mehr, warum er in der Oberliga nichts zu suchen hat. Trainer Günter Appelt ist enttäuscht über fehlenden Kampfgeist

Selbst die kühnsten Optimisten in Zweckel werden nach der 0:3-Klatsche am Mittwochabend gegen den FC Gütersloh nicht mehr an den Klassenerhalt glauben. Dabei geht es weniger um das nackte Ergebnis, sondern um die Art und Weise, wie sich die Elf von Trainer Günter Appelt einmal mehr präsentiert hat.

„Ich bin enttäuscht von meiner Mannschaft“, sagte Appelt unmittelbar nach dem Spiel. „Wir wollten für unseren Auftritt in Rhynern (0:6, die Redaktion) Wiedergutmachung betreiben, aber wir konnten nicht mal annähernd umsetzen, was wir uns vorher vorgenommen hatten.“

Der Trainer ging mit seinen Spielern schwer ins Gericht. „Am schlimmsten finde ich, dass wir teilweise gar nicht richtig gekämpft haben. Es sind nur drei oder vier Spieler, die alles geben – das reicht einfach nicht.“ Denn Kampf sei doch das Mindeste, was man im Abstiegskampf bringen müsse.
Zum Abschied gut präsentieren

Dass der Abstieg besiegelt ist, daraus macht kein Verantwortlicher an der Dorstener Straße einen Hehl. „Wir wollen uns in den verbliebenen vier Spielen gut präsentieren“, kündigte Appelt an. „Die Spieler können dann ihre Oberligatauglichkeit beweisen.“ Dann musste der Trainer sogar schmunzeln. „Ich höre in der Kabine manche tönen, dass sie auch in der nächsten Saison in der Oberliga spielen werden. Ich glaube nicht, dass viele der Spieler einen Kontrakt in der Oberliga erhalten werden.“

Von der ersten Minute an waren die Gäste besser im Spiel. Bereits nach 17 Minuten hatten sie sich fünf klare Torchancen herausgespielt. Da war es nur folgerichtig, dass Gütersloh – das sich mit dem Sieg wohl aller Abstiegssorgen entledigte – durch einen sehenswerten Seitfallzieher in Führung ging. Schon nach 20 Minuten skandierten die Zuschauer „Wir wollen euch kämpfen sehen!“

Der beste Mann der Gladbecker Grün-Weißen trug an diesem Tag ein gelbes Trikot. Es war der Torwart Fabian Matschnigg, der seine Mannschaft vor einer weitaus höheren Niederlage bewahrte. 17 Bälle köpfte oder schoss der FC Gütersloh im Laufe der 90 Minuten auf sein Tor.

Dass es zur Pause nur 0:1 stand , war ein Wunder und neben dem starken Torwart der Gütersloher Fahrlässigkeit zuzuschreiben. In den zweiten 45 Minuten hatte man phasenweise den Eindruck, dass die Partie für die Gäste aus Ostwestfalen ein besseres Trainingsspiel war. Immer wieder kombinierten sie sich leichtfüssig nach vorne und kamen aus aussichtsreichen Positionen zum Torabschluss.

In der 55. Minute war dann auch Keeper Matschnigg machtlos. Ein Schuss aus kurzer Distanz knallte an die Unterkante der Latte und landete genau vor den Füßen eines Gütersloher Stürmers, der nur noch einzuschieben brauchte.

Beim dritten Gegentor zeigten die Zweckeler nicht mal Kreisliganiveau. Gütersloh schlug einen langen Ball aus der eigenen Hälfte, der Spielmacher konnte den Ball in Ruhe annehmen und zur Grundlinie durchstarten. Seine Flanke konnte der Stürmer ohne Mühe vollenden.
DAS SAGT DER SPIELER:

Mit hängenden Köpfen schlichen die Zweckeler Spieler nach dem Schlusspfiff vom Platz, während sich die Gästespieler vom mitgereisten Anhang feiern ließen. „Die Niederlage“, sagte Torwart Fabian Matschnigg, „war verdient und hätte durchaus noch höher ausfallen können.“

Auf die Frage, ob der Abstieg nun endgültig besiegelt sei, sagte er: „Wir bräuchten jetzt schon ein Fußballwunder. Es ist fast unmöglich.“ Der 19-Jährige meinte, dass man den Klassenerhalt in den letzten vier bis fünf Spielen verloren habe. Auch das Restprogramm sein nicht gerade einfach.

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