Seyit Ersoy ist der Hoffnungsträger des abstiegsbedrohten Oberligisten SV Zweckel. Er sagt: „Ich weiß, dass ich Tore schießen kann.“
Fußball ist eigentlich ziemlich einfach: Die Mannschaft, die mehr Tore schießt als die andere, gewinnt. Dieses simple Konzept wurde dem SV Zweckel in dieser Saison schon häufiger zum Verhängnis. Denn obwohl das SVZ-Team eigentlich in jedem Spiel kämpfte und sich Mühe gab, schafften die Grünhemden es nur selten, das runde Leder über die gegnerische Torlinie zu schieben. Deswegen überwinterten die Zweckeler auf einem Abstiegsplatz. Doch der Verein handelte in der Pause und verpflichtete Seyit Ersoy, der in der Hinrunde noch für den Ligakonkurrenten Hammer SpVg kickte.Der 27-Jährige will kämpfenErsoy ist ein typischer Mittelstürmer. Einer, der nicht lang fackelt, sondern den Ball ohne Nachzudenken ins Gehäuse jagt. Genau so einen Typen brauchte der SVZ. „Ich weiß, dass ich Tore schießen kann“, sagt der 27-Jährige selbstbewusst. Und das bewies er z. Bsp. vor zwei Jahren, als er Wattenscheid 09 mit 16 Treffern in 31 Spielen zum Aufstieg in die Regionalliga schoss. In Hamm lief es für den gebürtigen Gelsenkirchener allerdings nicht mehr so gut, nur ein Tor für die Spielvereinigung zählte sein Scorer-Konto in der Hinserie.
Warum das so ist, weiß Ersoy: „In Hamm hat man nicht wirklich an mich geglaubt und der Trainer hat vorne nicht auf mich gesetzt. Da musste ich dann mal als Sechser auflaufen oder sogar mal als rechter Verteidiger spielen. Ich habe mich dort einfach nicht mehr wohl gefühlt und darum gebeten, meinen Vertrag aufzulösen.“
In Zweckel allerdings sei das nicht so, und die Sorgen, die Ersoy aus der Hinrunde mitbrachte, seien schon vergessen: „Die Mannschaft hat mich super aufgenommen. Ich kannte viele Leute aus dem Verein schon aus meiner Jugend.“ Der Angreifer fühlt sich an der Dorstener Straße bereits so wohl, dass er sich vorstellen kann, länger zu bleiben. Vorausgesetzt, es passt alles: „Falls wir den Klassenerhalt schaffen sollten, spricht für mich nichts dagegen, hier auch für zwei oder drei Jahre zu unterschreiben.“
Und nicht nur auf zwischenmenschlicher Ebene scheinen Ersoy und seine neuen Gladbecker Kollegen sich zu verstehen: „Ich bin total überrascht, dass die Abstimmung im Spiel schon so gut funktioniert. Normalerweise dauert es in einem neuen Verein immer etwas länger, aber meine Mitspieler hier wissen jetzt schon, welche Pässe ich verwerten kann und wie ich laufe.“
Einen Unterschied zwischen Regional- und Oberliga hat der 1,71-Meter kleine Stürmer schnell bemerkt: „Die Regionalliga ist taktisch schneller und konditionell härter. In der Oberliga, besonders wenn sie so ausgeglichen ist wie unsere Gruppe, gewinnt man Spiele viel über den Kampf.“
Bis jetzt hat Seyit Ersoy zwei Pflichtspiele für seine Farben absolviert – ein Tor ist ihm noch nicht geglückt. Das soll sich am Sonntag im Kellerduell gegen den Tabellenletzten SC Westfalia Herne mit besagtem Kampf ändern. „Ich will unbedingt dort treffen, damit der Knoten endlich platzt. Uns wird gegen Herne erneut alles abverlangt werden, aber wir wollen unbedingt drei Punkte holen, um den Abstand auf Herne zu vergrößern. Das wird ein umkämpftes Spiel, aber wir müssen kämpfen, um da unten raus zu kommen und den Klassenerhalt zu schaffen.“

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