Norman Seidel kam nach dem Aufstieg vor drei Jahren zum SV Zweckel und spielt seither an der Dorstener Straße in der Oberliga Westfalen. In dieser Saison führte er das Team als Kapitän aufs Feld.
Der SV Zweckel muss in die Westfalenliga zurück. Für Kapitän Norman Seidel waren die Bedingungen aber auch nicht oberligareif.

2013 ist der SV Zweckel in die Oberliga Westfalen aufgestiegen. Drei Jahre lang hielt sich der Klub von der Dorstener Straße in der höchsten Klasse Westfalens. Nun geht es wieder abwärts. Nach der 0:1-Niederlage gegen Eintracht Rheine steht bereits vor den letzten drei Saisonspielen der Abstieg in die Westfalenliga fest. Der richtige Zeitpunkt, sich mit Norman Seidel, dem Kapitän des SV Zweckel, zu unterhalten.

Wie ist die Stimmung in der Mannschaft? Hat man sich mit dem Abstieg abgefunden?

Norman Seidel: Man muss sich damit abfinden. Wir sind sportlich abgestiegen, das ist auch in den Köpfen drin. Nichtsdestotrotz schaltet man nicht ab. Als Fußballer verliert man nicht gerne. Außerdem ist es doch für jeden Spieler Eigenwerbung, sich zu präsentieren.

Was lief in dieser Saison falsch? Bereits in der vergangenen Spielzeit war ja erst am letzten Spieltag der Klassenerhalt gesichert worden.

Der SV Zweckel ist kein finanzstarker Verein, auch wenn jeder Geld verdienen möchte. Es ist schwer für den Klub, der den niedrigsten Etat der Oberliga hat, gut mitzuspielen. Bisher hat es geklappt und wir haben uns drei Jahre durchgekämpft.

Wie geht es nun weiter mit dem SV Zweckel, mit der ersten Mannschaft, nachdem der Abstieg feststeht? Bleiben Sie als Kapitän dem Team erhalten?

Es hat gute Gespräche mit dem Trainer und dem Vorstand gegeben. Es wird auf jeden Fall einen Umbruch in der Mannschaft geben. Wir werden für die Westfalenliga eine schlagkräftige Mannschaft aufstellen.

Wir kommen nun zu einem brisanten Thema. Es wurde immer viel an der Sportanlage kritisiert. Sind die Bedingungen wirklich so schlecht an der Dorstener Straße?

Der Platz ist eine einzige Katastrophe. Die Trainingsbedingungen sind mehr als schlecht. Wir hatten keine richtige Wintervorbereitung. Wenn es regnet, steht der Platz unter Wasser. Dann geht man zum Käfig auf Asche. Und da steht auch das Wasser. Und wenn der Frost kommt, ist das Wasser gefroren.

Und was haben Sie dann gemacht?

Dann sind wir ins Fitnessstudio gegangen, sind gelaufen oder haben anderes gemacht. Aber so kann man sich nicht vorbereiten. Der SV Zweckel hat die schlechtesten Bedingungen in der Oberliga. Es war jedes Jahr ein richtiger Kampf, um in der Liga zu bleiben.

Was muss sich denn ändern? Im Verein, in der Mannschaft oder im Umfeld?

Ich spiele seit 27 Jahren Fußball, habe auch schon in der Regionalliga gespielt. Aber es nicht nachzuvollziehen, dass der Verein alleine dasteht. In Deutschland ist Fußball der populärste Sport. Wir spielen in der höchsten Amateurliga und sind ein Aushängeschild der Stadt. Aber wir werden von der Stadt im Stich gelassen.

Erläutern Sie das bitte näher.

Als Eltern überlegt man doch, ob man sein Kind, das Fußball spielen will, beim SV Zweckel anmeldet. Das machen aber die wenigsten, wenn sie solche Bedingungen vorfinden. In jeder anderen Stadt werden die höherklassigen Mannschaften unterstützt. Wenn man keine finanziellen Mittel hat, muss man Alternativen vorschlagen. Möglichkeiten gibt es genug, um bessere Bedingungen zu schaffen.

Haben Sie noch ein Beispiel für schlechte Bedingungen?

Wir hatten unser erstes Spiel in diesem Jahr Ende Februar. Da war der Rasen nicht gemäht. Die Stadt sagte aber, dass der Rasen erst im März gemäht wird. Das geht einfach nicht. Das kann man nicht nachvollziehen. Viele im Verein rupfen aus Freude am Verein Unkraut, ehrenamtlich. Mir persönlich kommt von der Stadt da zu wenig. Es muss sich definitiv etwas verbessern. Konstruktive Kritik muss sein, ich will ja keinen schlecht machen. Man muss überlegen, was man gemeinsam in der Zukunft ändern und verbessern kann.

Was sagen denn die gegnerischen Mannschaften, wenn sie bei Ihnen zu Gast sind?

Woche für Woche muss man sich bei den Gästen entschuldigen. Wenn es regnet, haben wir Schlamm auf dem Rasen, wenn die Sonne scheint, ist der Rasen hart wie Beton. Da kann man einfach keinen Fußball spielen. Ich meine, wenn die Gäste schlecht über den Verein reden, reden sie automatisch auch schlecht über die Stadt. Übrigens: Alle Vereine feiern unseren Abstieg.

Eine Antwort zu “Fußball-Oberliga „Alle Vereine feiern unseren Abstieg“”

  1. FCE im Herzen sagt:

    Das ist schon sehr Schade das eine Stadt den Fussball so wenig unterstützt. Wie lächerlich ist das denn von der Stadt wenn die sagt der Rasen wird erst im März gemäht. Ein richtiges Armutszeugnis der Stadt!!!!!! Sehr wahrscheinlich Argumentiert die Stadt wieder den altbekannten Slogan, den jede Stadt sagt, Kein Geld da. Alles gute für den SV Zweckel und gutes gelingen in der Westfalenliga. Ihr seit ein sehr symphatischer Verein!!!! Bis demnächt in der Oberliga!!!!

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