Giovanni Schiattarella legte mit sofortiger Wirkung sein Amt nieder. Foto: Schütze

Dienstagabend informierte Trainer Giovanni Schiattarella seine Landesliga-Mannschaft von Arminia Marten, dass er mit sofortiger Wirkung sein Amt niederlegt. Die Mannschaft setzte sich im Anschluss zusammen und kam zu dem Entschluss, ab Sonntag auch nicht mehr für den Traditionsverein aus dem Dortmunder Westen anzutreten.

Fehlende Strukturen

Schiattarella nannte die fehlenden Strukturen und die fehlende Unterstützung als Grund für seinen Rückzug. „Nachdem der Vorsitzende Alexander Gradwohl hier nicht mehr zur Verfügung steht, bin ich alleine mit der Mannschaft“, erklärt Schiatarella.

Gradwohl wurde erst im vergangenen November von den Mitgliedern zum neuen Vorsitzenden gewählt. Vor sieben Wochen zog er sich zurück. Mit einer ähnlichen Begründung wie der Trainer. „Ich hatte Lust, hier etwas zu bewegen. Es gab aber überhaupt keine Unterstützung. Ich war alleine. Ich kann es mir einfach nicht leisten, 20 Stunden pro Woche für die Arminia zu investieren“, nennt Gradwohl die Gründe für seinen Rückzug.

„Keine Zukunft für mich“

Schiattarellas Gedanken, den Klub vorzeitig zu verlassen wurden immer intensiver, als die Kassiererin Vera Schreiber ihn am vergangenen Freitag darüber informierte, dass die restliche Klubführung überlege, die Mannschaft im Winter zurückzuziehen, weil der Klub die strukturellen Voraussetzungen für einen Landesligisten nicht geben seien. „Danach wusste ich, dass es hier keine Zukunft für mich und den Fußball geben würde“, sagt Schiattarella. Sowohl der Trainer als auch Schreiber betonen, dass es keine finanziellen Probleme gab.

„Wir hätten den Klub im Winter wohl eh abgemeldet“, sagt Schreiber, die jetzt kein Geld mit den abwandernden Spielern machen möchte. Sie hätte das Team aber gern noch bei der Hallenstadtmeisterschaft spielen sehen. Der Klub ist in Huckarde Ausrichter der Vor- und Zwischenrunde – und bleibt das auch laut dem Kreisvorsitzenden Jürgen Grondziewski. Nur eine Martener Mannschaft wird nicht teilnehmen. Dafür rückt der C-Ligist RW Obereving anstelle von Arminia Marten in die Gruppe mit SuS Oespel-Kley und GW Kley.

Alle Spiele aus der Wertung

Der Staffelleiter der Fußball-Landesliga 3, Helmut Engelage, hatte bis Mittwochnachmittag noch keine Informationen, dass Marten nun nicht mehr antreten wird. „Tritt dieser Fall ein, werden alle Spiele der Arminia aus der Wertung genommen und Marten steht als erster Absteiger fest“, sagt Engelage.

Das wäre ein Rückschlag im Aufstiegskampf für den Lokalkonkurrenten BSV Schüren. Denn Marten hatte gegen den Tabellenführer SV Horst-Emscher 2:1 gewonnen, Schüren hätte erst am ersten Dezemberwochenende gegen die Arminia gespielt.

Bezirksliga-Teilnahme ungewiss

Ob der kriselnde Klub in der kommenden Spielzeit in der Bezirksliga antreten wird, wollte Vera Schreiber am Mittwoch nicht bestätigen. Im Dezember gibt es eine Außerordentliche Mitgliederversammlung. Schreiber glaubt daran, dass ein neues Führungsteam gefunden wird. „Erst dann entscheiden wir, was wir machen. Es kann sein, dass wir den Antrag stellen, in der A-Liga anfangen zu wollen“, sagt Schreiber.

Aktuell hat der Klub keine Seniorenmannschaft mehr. Die Zweite hatte sich schon vor dem ersten Spieltag aus der B-Liga zurückgezogen. So besteht der Verein aktuell aus zwei Alt-Herrenteams, einer C-Jugend (Kreisliga B) und einer E-Jugend (Kreisliga C).

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