In den letzten Jahren hat der SV Zweckel in gemeinsamen Gesprächen mit der Stadtverwaltung immer wieder Alternativen aufgezeigt wie die Sportstätte an der Dorstener Straße mittel- und langfristig aufgewertet werden könnte. Die Vereinbarung aller Verantwortlichen, sich in der Öffentlichkeit mit Kritik zurückzuhalten, wurde leider seitens der Stadt nicht eingehalten.
Der SV Zweckel zeigt sich überrascht, dass die Stadtverwaltung auf die Äußerungen eines Zweckeler Fußballers reagiert.
Kapitän Norman Seidel hatte in einem Interview mit der WAZ auf den schlechten Zustand der städtischen Sportanlage hingewiesen. Ein anerkannter und erfahrener Sportler, der auch schon in der Regionalliga dem runden Leder hinterher jagte, hat aus seiner Sicht geschildert, wie er die sportlichen Rahmenbedingungen bewertet.
Leider werden in der öffentlichen Stellungnahme der Stadtverwaltung einige Dinge nicht richtig bzw. unvollständig dargestellt.
Der SV Zweckel hatte in einem Gespräch mit Herrn Weichelt und Herrn Bugdoll im April des Jahres 2015 angefragt, ob die Heimspiele des SV Zweckel in der Saison 2015/16 im Stadion Gladbeck stattfinden können.
Auf die Anfrage wurde mitgeteilt, dass das Stadion auf Grund der Laufbahnerneuerung bis zum Oktober nicht zur Verfügung stehen würde. Vor Saisonbeginn muss jeder Oberligaverein dem zuständigen Staffelleiter verbindlich die Spielstätte für die Heimspiele mitteilen, so dass das Stadion nicht mehr in Frage kam. Für einzelne Spiele werden Ausnahmen mit Zustimmung des Gastvereins zugelassen, so dass es in der laufenden Saison auch zu einem Heimspiel des SV Zweckel auf dem Jahnplatz kam.
Abendspiele bzw. Trainingseinheiten im Stadion scheiden zumindest ab dem Herbst bis zum Frühjahr aus, da die Sportanlage über keine Flutlichtanlage verfügt. Das trifft übrigens auch auf den dritten Rasenplatz der Stadt Gladbeck an der Roßheidestraße zu.
Wenn der Zweckeler Rasenplatz gesperrt ist, dürfte das bei entsprechender Witterung auch für die Rasenfläche im Stadion gelten. Für diesen Fall sucht der SV Zweckel allerdings noch nach einer vernünftigen Alternative, die verbindlich zur Verfügung steht.
Über den Käfig wurde und wird immer wieder geschrieben. Dieser „Sportplatz“ ist im gesamten Kreis bekannt und spottet jeder Beschreibung. Bei Regen läuft das Wasser nicht ab und nach vier Tagen Trockenheit stochern die Spieler aufgrund der Staubentwicklung im Nebel herum.
Die Stadt Gladbeck hat dem SV Zweckel für die ranghöchste Gladbecker Fußballmannschaft Trainingseinheiten auf den beiden Kunstrasen der Stadt Gladbeck angeboten. Diese sollten zwischen 20:30 und 22:00 Uhr beginnen stattfinden. Da die Spieler danach noch zum Umziehen und Duschen zum SV Zweckel fahren müssen, würde die Mannschaft den Zweckeler Platz gegen 23:00 Uhr verlassen. Nach sonntäglichen Auswärtsfahrten bis ins Siegerland oder Ostwestfalen wäre der angedachte Montagstermin nur schlecht zu vermitteln gewesen. Außerdem wohnen nicht alle Teammitglieder um die Ecke, so dass dieses „Entgegenkommen“ keine echte Lösung für alle Beteiligten sein konnte.
Die Stadtverwaltung setzte bisher immer darauf, dass sich die beteiligten Vereine einigen sollen, was aber ohne Moderation bzw. Vermittlung oder aber durch Vorgaben für den SV Zweckel schwierig zu bewerkstelligen ist.
Der SV Zweckel freut sich für andere Gladbecker Vereine, dass sie nicht solche Bedingungen wie in Zweckel zu bewältigen haben. Vielleicht verdeutlichen die nachfolgenden, nicht ganz ernst gemeinten, Vergleiche das Problem des SV Zweckel.
Die Oberliga-Handballer des VfL Gladbeck würden seit Jahren in der Sporthalle der Pestalozzischule trainieren und ihre Heimspiele in der Sporthalle an der Söllerstraße austragen.
Die Leistungssportlerinnnen der 2. Bundesliga der Volleyballabteilung des TV Gladbeck würden regelmäßig die Einfachturnhalle der ehemaligen Hauptschule Zweckel nutzen.
Die Leistungsschwimmer des SV 13 oder des VfL müssten regelmäßig ihr Training und die Wettkämpfe im Lehrschwimmbecken der ehemaligen Hauptschule Zweckel absolvieren.
Möglicherweise würden sich dann auch einige andere Leistungssportler über die Bedingungen beklagen.
Vor einigen Wochen bat der SV Zweckel darum, am 23.12.16 ein hochklassig besetztes Hallenfußballturnier in der Sporthalle Rentfort-Nord austragen zu dürfen. Sportamtsleiter Dieter Bugdoll teilte dem Verein mit, dass er sich nicht in der Lage sieht, die dort trainierenden anderen Vereine einen Tag vor Heiligabend zum Verzicht auf den Trainingstag in der städtischen Sporthalle bewegen zu können.
Herr Weichelt hat in seiner Stellungnahme eine grobe Schätzung der Kosten in Höhe von 2 – 3 Millionen Euro in den Raum gestellt. Dieses „Totschlagargument“ wird immer gerne gebracht, um der Öffentlichkeit zu suggerieren, dass der SV Zweckel unannehmbare Forderungen aufstellt.
Vor einigen Jahren hat der Verein der Stadtverwaltung zwei Angebote von Fachfirmen für den Kunstrasensportplatzbau zukommen lassen. Ein Angebot für den Umbau des Käfigs wurde u. a. durch die Firma Greenfields erstellt. Hierbei handelt es sich um ein FIFA-zertifiziertes Unternehmen, welches seit 2003 mehr als 2500 Plätze gebaut hat.
Das damalige Angebot der Firma für den Umbau des Ascheplatzes an der Dorstener Straße belief sich auf weniger als 300.000,- Euro. Dieses wurde durch Herrn Weichelt als unseriös bezeichnet. Selbst wenn sich die tatsächlichen Kosten seit diesem Angebot erhöhen würden, ist diese Summe immer noch weit von den grob geschätzten 2 -3 Millionen Euro des Herrn Weichelt entfernt. Der SV Zweckel bot damals an, die anfallenden Kosten für die Stadt zu finanzieren wenn ihm die Nutzungsrechte für mindestens 15 Jahre übertragen würden. Dieses Angebot wurde jedoch lapidar abgelehnt.
Um den Trainings- und Spielbetrieb der Junioren und Senioren zu gewährleisten ist eine Umwandlung des Belages im Käfig in ein Kunstrasenspielfeld eine der vorgeschlagenen Alternativen.
Beim VfB Kirchhellen wird derzeit der deutlich größere Ascheplatz in einen Kunstrasenplatz umgebaut, wobei sich der Verein mit 150.000 Euro an den Kosten beteiligt. Eine Beteiligung des SV Zweckel an den entstehenden Kosten wäre auch für den SV Zweckel denkbar. Bei der Renovierung der Umkleidekabinen im Freibad, mit der Herrichtung der Geschäftsstelle und anderen Räumlichkeiten des VfL Gladbeck, wurden solche finanziellen Beteiligungen in Gladbeck wohl schon praktiziert.

Die Sportstadt Gladbeck ist finanziell nicht auf Rosen gebettet. Das ist auch beim SV Zweckel bekannt. Trotzdem muss es auch nach jahrzehntelanger Nutzung möglich sein, städtische Sportstätten wie die Zweckeler Fußballplätze so zu ertüchtigen, dass dem Sport auch regelmäßig nachgegangen werden kann. Das ist derzeit leider nicht der Fall, weil weder der Rasenplatz noch der Käfig dauerhaft genutzt werden können. Ein Hinweis auf die Sportverhaltensanalyse ist dabei nur bedingt hilfreich, wenn der Verein trotz widriger Rahmenbedingungen wächst.
Das letzte Heimspiel des SV Zweckel leitete die Schiedsrichterin Nadine Westerhoff, assistiert von zwei männlichen Linienrichtern. Das Wetter war zum Glück so gut, dass die Drei sich bei der Nutzung der ca. 4 – 5 qm großen Schiedsrichterkabine zwischenzeitlich auch draußen aufhalten und beim Duschen abwechseln konnten. Einen geeigneten Rückzugs- bzw. Duschraum für die Referees gibt es auf der Anlage leider nicht.
Übrigens: Vor über zwei Jahren hat der SV Zweckel durch den renommierten Gladbecker Architekten Manfred Niermann einen Entwurf zum Neubau eines Kabinentraktes erstellen lassen und diese Pläne der Stadtverwaltung übergeben. Auch damals bot der SV Zweckel eine finanzielle Beteiligung bei dem Bau an. Auf eine Reaktion wartet der Verein bisher leider vergeblich.
Mittlerweile hat der SV Zweckel das Gefühl, dass die Verantwortlichen der Stadt den Verein hinhalten und keine Perspektiven entwickeln wollen. Vielleicht setzen die Verantwortlichen der Stadt darauf, dass die Entwicklung des SV Zweckel ähnlich verläuft wie die der DJK Germania Gladbeck. Im Gegensatz zu den Fußballern vom Krusenkamp hat der SV Zweckel jetzt schon drei Jahre in der höchsten Amateurliga Westfalens gespielt und auch ein Abstieg in die Westfalenliga führt nicht dazu, dass die Verantwortlichen des SV Zweckel das Handtuch werfen und dass der Verein sich auflöst.
In einem wichtigen Punkt hat der Beigeordnete Herr Weichelt in seiner Stellungnahme allerdings Recht: Die Jugendarbeit des SV Zweckel ist schon sehr gut. Sie könnte allerdings noch nachhaltiger sein, wenn wettbewerbsfähige Voraussetzungen gegeben wären und die 20 Jugendmannschaften auf einem halbwegs vernünftigen Geläuf trainieren könnten.
Richtig ist auch, dass der SV Zweckel 15.000 € für den Betrieb und die Pflege der Sportstätte erhält. Die Ausgaben für die eigenverantwortliche Nutzung der Sportanlage muss der SV Zweckel wie auch andere Vereine jedes Jahr nachweisen.
Platzwart, Reinigungskräfte, Reparaturarbeiten, Markierungs- und Reinigungsmaterial, Sanitärbedarf, Handtücher, Tornetze, Eckfahnen, Sport- und Pflegewerkzeuge, Markierungswagen, Energiekosten und Miete für die Geschäftsräume belaufen sich auf einen Betrag, der die bereit gestellten 15.000 € bei Weitem übersteigt.
Etwaige Zusatzkosten durch den durch den SV Zweckel durchzuführenden Winterdienst an der Dorstener Straße finden dabei noch keine Berücksichtigung. Dem SV Zweckel ist kein anderer Sportverein in Gladbeck bekannt, der den Winterdienst über mehrere hundert Meter am Vereinsgelände gewährleisten muss.
Der SV Zweckel ist außerdem vertraglich verpflichtet, ganzjährig eine öffentliche Toilette zur Verfügung zu stellen, damit Kinder bzw. Eltern als Besucher des öffentlichen Spielplatzes an der Dorstener Straße diese nutzen können.
Der Vorstand des SV Zweckel fühlt sich weiterhin verpflichtet, für seine Mitglieder und insbesondere die vielen Kinder und Jugendlichen an der Herstellung wettbewerbsfähiger Sportstätten mitzuwirken. Dazu sollten aber nach jahrelangem Stillstand auch einmal durch die handelnde Verwaltung bzw. die gestaltende Politik konkrete Perspektiven aufgezeigt werden.

Eine Antwort zu “Stellungnahme des SV Zweckel zur Erklärung der Stadtverwaltung vom 19.05.16 in der WAZ”

  1. Dieter Gerstmann sagt:

    Danke!!!!fuer die klaren Worte

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