Das Bezirksliga-Derby zwischen Rentfort und Zweckel endete 2:2. Und doch fühlten sich die einen wie die Sieger und die anderen wie Verlierer.

Als Schiedsrichterin Rebecca Delbeck das Derby zwischen dem BV Rentfort und dem SV Zweckel abgepfiffen hatte, hätten die Reaktionen der beiden Mannschaften unterschiedlicher nicht sein können. Die Zweckeler feierten, stürmten zu ihren Fans. Die Rentforter schauten niedergeschlagen auf den Boden. Dabei endete die Partie 2:2.

Der BV Rentfort war als Favorit in das erste Aufeinandertreffen beider Teams seit elf Jahren gegangen. Kurz nach der Halbzeitpause sah Zweckels Mittelfeld-Motor Florian Kamberi die Gelb-Rote Karte. Die Gäste lagen zurück – zwei Mal sogar. Trotzdem hatten sie sechs Minuten vor Schluss den Ausgleich erzielt. Der fühlte sich im schwarz-grünen Lager wie ein Sieg an.
Für BVR fühlt sich das Remis wie eine Niederlage an
Rund 500 Zuschauer sahen das Derby zwischen dem BV Rentfort und dem SV Zweckel.
Rund 500 Zuschauer sahen das Derby zwischen dem BV Rentfort und dem SV Zweckel.
Foto: O. Mengedoht

Der Zweckeler Mannschaftskapitän Haris Imsirovic sagte vor dem Spiel: Es sei in diesem Derby nicht entscheidend, wer den besseren Fußball spielt. Es sei entscheidend, wer es mehr will. So war es.

„Wir haben uns das selbst zuzuschreiben“, sagte Marcel Lehmann, der Trainer des BV Rentfort. „Ich glaube immer noch, dass wir die fußballerisch bessere Mannschaft sind. Auch heute in diesem Spiel waren. Aber Zweckel war den Tacken galliger und hat sich das 2:2 erkämpft“, sagte der Übungsleiter. Er rief seine Jungs zu einem Kreis zusammen. Er sagte ihnen, dass sich der Punkt wie eine Niederlage anfühle.
Rentforts Trainer Lehmann wertet Spiel als Rückschlag

Vier Zähler hat der neue Coach an der Hegestraße mit seinem Team aus den ersten beiden Spielen geholt. Solide – aber dennoch spricht er wegen der besonderen Bedeutung des Spiels von einem Rückschlag.

„Wir fühlten uns gefestigt. Das müssen wir jetzt wieder aufarbeiten“, sagte Lehmann. „Es ist unser Anspruch, zu Hause gegen Zweckel zu gewinnen. Alle hatten Bock auf dieses Spiel. Das war hier zu spüren. Aber irgendwie haben wir das nicht auf den Platz gekriegt.“
Zweckels Trainer Theis lobt seine Mannschaft

Der eingewechselte Zweckeler Enes Yiyit war es in der 84. Minute, der es final auf den Platz bekam. Sein Freistoß landete am langen Pfosten im Netz. Zweckel-Trainer Mike Theis :„Das ist ein ganz wichtiger Schritt für die Truppe. Darauf haben wir hingearbeitet. Dass wir immer die Ruhe bewahren. Dass wir immer konzentriert bleiben.“

Und weiter lobte er: „Ich habe das immer gesagt: Der Knoten wird platzen. Wir haben eine wirklich geile Truppe. Das ist mit dem letzten Jahr nicht zu vergleichen, was die Jungs auch im Training für einen Aufwand betreiben.“
Zweckeler Spieler feiern mit ihren Fans

Lautstark jubelten die Schwarz-Grünen nach den 90 Minuten an der Hegestraße. Erst nachdem sie zu ihren Anhängern stürmten, rief der Trainer seine Jungs zusammen. Theis: „Wir haben den Druck auf alle Schultern verteilt. Wenn wir in Ruhe weiterarbeiten und die Jungs vielleicht auch mal zusammenhalten können, dann ist mit der Mannschaft sehr viel möglich.“
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