Gegen Viktoria Heiden zeigt sich einmal mehr: Die Mannschaft hat kein Westfalenliga-Format. Trotzdem war Zweckel nicht völlig chancenlos.

Eine Auswärtsfahrt noch, dann hat der Schrecken ein Ende. Der SV Zweckel wird wohl mit einem einzigen Sieg in die Landesliga absteigen. 90 Minuten Westfalenliga noch, dann ist die Mannschaft erlöst – denn nichts anderes als eine Erlösung ist das Saisonende für diese Mannschaft.

Man kann es den Zweckelern noch nicht einmal wirklich übel nehmen, wie sie beim 1:4 gegen den ebenfalls schon abgestiegen FC Viktoria Heiden verloren.

Sie hatten zwar die Chancen, das Spiel offen zu gestalten, sie haben sie aber nicht genutzt und sie wurden dafür hart bestraft. „Dann wirst du in der Westfalenliga auseinandergenommen“, kommentierte Trainer Mike Theis die entscheidende Phase des Spiels, als Zweckel alles riskierte, um im letzten Heimspiel der Saison doch noch einen Punkt zu erobern.

Nicht, dass das schlecht wäre, auch als abgestiegenes, abgeschlagenes Schlusslicht um Punkte zu kämpfen, im Gegenteil – aber wie die Zweckeler das machten war ohne Plan, zu naiv und das bestraften die Gäste eben, die in der kommenden Saison ebenfalls nur noch in der Landesliga antreten werden.

Auch Mike Theis war mit der Vorstellung seiner Mannschaft nicht wirklich zufrieden – aber immerhin habe seine Mannschaft alles versucht.

Mit dem 1:2 von Kevin Klein, der eine Flanke von Haris Imsirovic nach knapp 80 Minuten sauber direkt verwertete, kam noch einmal etwas Hoffnung auf. Mike Theis hatte die Viererkette eh schon aufgelöst und Abwehrturm Alex Albert als Anker für lange Bälle in den Sturm geschickt, Zweckel stellte den Gegner vorne zu, und die Heidener, bis dahin ziemlich souverän unterwegs, wackelten plötzlich ganz gehörig. Besonders Imsirovic und Onur Özbicerler brachten immer wieder gefährliche hohe Bälle in Richtung von Alex und Klein. Es roch nach Ausgleich, das wäre Balsam für die Zweckeler Seele gewesen.

Zweckel viel zu naiv in der Abwehr

Es kam aber anders, weil Zweckel seine Rückwärtsbewegung naiverweise komplett einstellte und Heiden kontern ließ. Ein paar Minuten durfte der SVZ hoffen, dass das gut geht, weil der FC sich vor dem Tor nicht sonderlich abgeklärt präsentierte. Das gipfelte nach 82 Minuten darin, dass zwei durchgebrochene Heidener Angreifer sich gegenseitig über den Haufen rannten, während der etwas irritierte SVZ-Torwart Fabian Matschnigg den Ball aufnehmen konnte. Wie dann kurz drauf das 3:1 fiel, war symptomatisch.

Mal wieder hatte der SVZ geklärt, Tim Dreiskemper ließ den Ball bei der Annahme aber ins Aus springen. Den folgenden Eckball stocherte der FC dann zum 3:1 ins Tor. Eine Minute später das 4:1 und das fünfte wäre auch noch gefallen, hätte ein Viktoria-Angreifer nicht aus sechs Metern über das leere Tor geschossen. So weit hätte es aber gar nicht kommen müssen.

„Wir hätten zur Halbzeit schon führen müssen“; ärgerte sich Mike Theis besonders darüber, dass in der 40. Minute Kevin Kleins Aufsetzer über das Tor titschte. „Wer solche Chancen nicht macht, steigt halt ab.“ Aber auch Zweckels Torwart Matschnigg und der FC-Angriff hatten ihren Anteil daran, dass die erste Hälfte mit 0:0 endete – leistungsgerecht. Das Spiel war geprägt von fußballerischen Unzulänglichkeiten auf einem durchlöcherten Acker.

Fokus auf dem Pokalfinale

Als Heiden in Hälfte zwei stärker wurde, fiel das 0:1 nach 68 Minuten zwangsläufig. Eine Minute, nachdem Theis dann Albert Alex nach vorne geschickt und hinten die Lufthoheit aufgegeben hatte, fiel nach einer Ecke das 0:2.

Auch wenn Zweckel danach noch kurz hoffen durfte – die Pleite war verdient, was man den Grün-Schwarzen, insbesondere den A-Jugendlichen, die gerade aus der U19-Kreisliga kommen, nicht wirklich vorwerfen kann. Taktisch und technisch, gerade in diesem Tempo schlicht unterlegen.

Auch wenn noch ein Auswärtsspiel ansteht, der Fokus liegt auf dem Pokalfinale gegen Oberligist Hassel am Mittwoch im Wittringer Stadion. Denn über eine ganze Saison kann man derartig gravierende Mängel nicht kompensieren. In 90 Minuten vielleicht schon.

SVZ: Matschnigg – Dreiskemper, Alex, Denk, Weßelburg (75. Öntürk) – Ayhan (66. Akbaba), Özbicerler, Hövel, Imsirovic – Krause (36. Hörter), Klein.

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