Trainer Günter Appelt bekommt die Probleme des Gladbecker Oberligisten SV Zweckel bisher nicht in den Griff: mangelhafte Chancenverwertung und Konzentrationsmängel in der Schlussphase. Spitzenreiter Ahlen verprügelt Westfalia Herne.
Günter Appelt, Trainer des SV Zweckel, äußerte nach der 1:2-Niederlage beim ASC Dortmund die Hoffnung, das neuerliche Gegentor in den Schlussminuten und die damit einhergehenden Punktverluste würden sich nicht in den Köpfen seiner Spieler festsetzen. Doch das dürfte längst passiert sein, und es ist den Spielern in Schwarz-Grün nicht einmal übel zu nehmen. Wie auch? Eine irgendwie fehlgeleitete, böswillige Absicht steckt ganz sicher nicht dahinter, sich in schöner Regelmäßigkeit kurz vor Toreschluss einschenken zu lassen.
Es ist wohl eher die Sorge, das vermeintlich Erreichte wiederherzuschenken, die dem einen oder anderen Kopf und Beine lähmt, die Konzentration und Fokus ganz empfindlich stört, wenn die Spielzeit ihrem Ende naht. Und dann tritt ein, was man doch tunlichst vermeiden wollte. „Das ist jetzt das dritte oder vierte Mal, dass wir in der 90. Minute bestraft werden“, moniert Appelt, der das Zweckeler Problem längst erkannt hat, nur eben noch nicht hat lösen können. „Bestraft“ wählt der SVZ-Coach dabei nicht zufällig, tatsächlich sind die jüngsten Resultate eine Strafe für schwarz-grüne Ineffizienz. Mit wenigen Ausnahmen nämlich erspielte sich die Appelt-Elf in jedem der bisher acht Partien Phasen der Überlegenheit, die zu Chancen führten. Die Crux: Das Verhältnis Chancen zu Treffern ist ein alarmierend ungleiches. Instinkt ist die eine Sache. Aber, und das sollte Mut machen, auch die Fähigkeit, vor dem Tor die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist trainierbar. Vielleicht folgt ja schon im Derby gegen den VfB Hüls am kommenden Sonntag endlich der aus Gladbecker Sicht so dringend nötige Lernnachweis.
Dringend auch, weil der VfB Hüls nach zwei Pleiten gegen den ASC Dortmund und Lippstadt wieder in die Erfolgsspur zurück gefunden hat. Mit 4:2 schickten die Marler die TSG Sprockhövel auf die Heimreise, die ehemaligen Zweckeler Andre Koch, Marko Onucka und Sebastian Freyni trafen – und werden gegen ihren Ex-Klub nicht weniger motiviert sein.
Die Motivation der Spieler von Westfalia Herne, am Dienstag zum Training zu erscheinen, dürfte gen Null tendieren. Nach der 1:6-Klatsche gegen Spitzenreiter RW Ahlen polterte der weiter sieglose SCW-Trainer Manuel Bölstler: „Wir müssen über nichts mehr diskutieren. Wer so viele individuelle Fehler in allen Mannschaftsteilen macht, der wird kein Spiel mehr gewinnen.“

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