Routinier Norman Seidel ist seit Beginn der Rückrunde der Mannschaftskapitän des SV Zweckel. Foto: Rainer Raffalski

Gladbeck.   Norman Seidel, der Kapitän des SV Zweckel, bezeichnet die Situation, in der sich das Teams befindet, als „unfassbar schwierig“. Dennoch bleibt er zuversichtlich.

„Der unbedingte Wille, das Ziel zu verfolgen“ – eine Einstellung, ein Mantra, ein Leitsatz, den Norman Seidel in seiner Mannschaft erkennt. Wieder. Es ist keine einfache Situation. Weder für ihn, noch für seine Teamkollegen. Bedrohlich, kräftezehrend, gewohnt und doch neu. Norman Seidel spielt schon seit drei Jahren für den SV Zweckel. Zwei Mal hat der Abwehrchef den ermüdenden Kampf um den Klassenerhalt in der Oberliga schon mitgemacht. Und zwei Mal ist er mit den Gladbeckern ganz knapp in der Liga geblieben.

Dieses Jahr liegt nun mehr Verantwortung denn je auf den Schultern des Routiniers. Seit Rückrundenstart ist Seidel Kapitän des SV Zweckel. Nach dem Abgang von Jan Trampe kontaktierte Trainer Günter Appelt Seidel telefonisch. „Er hat mich sofort gefragt, ob ich Jans Rolle übernehmen wolle. Da habe ich natürlich nicht lange gezögert“, sagt Seidel.

Eine beachtliche Karriere

Er ist ein anderer Typ als sein Vorgänger. Trampe ist ein typischer Offensivmann. Filigran, schnell und torgefährlich. Aber beim SVZ zeigte er sich oft auch übereifrig. Seidel wirkt bedachter auf dem Platz. Bestimmender. Und robuster. Abseits des Feldes hat sich für den 31-Jährigen nicht viel verändert: „Ich hatte auch vorher schon eine Führungsposition in der Mannschaft. Jetzt trage ich halt noch die Binde dazu.“ Seinen Aufgaben ist sich Seidel deswegen sehr bewusst: „Wir befinden uns sportlich in einer unfassbar schwierigen Situation. Wir sind abgeschlagen Tabellenletzter. Und das mit einem sehr jungen Kader. Da muss ich die Jungs mit meinem Alter und meiner Erfahrung leiten.“

Seidel kann auf eine beachtliche Karriere zurückblicken. In der Jugend kickte er für den VfL Bochum, mit Westfalia Herne stand er im DFB-Pokal gegen den FC Augsburg auf dem Feld und für den BV Cloppenburg und die SSVg Velbert bestritt er Spiele in der Regionalliga. Alles nebensächlich. Für ihn zählt nur die aktuelle Saison mit dem SV Zweckel. „Seit Rückrundenbeginn herrscht eine andere Mentalität in der Mannschaft. Jeder ist für jeden da, jeder kämpft für jeden. Wenn ich einen Fehler mache, weiß ich, dass zehn andere mit mir auf dem Feld stehen und gemeinsam versuchen, das wieder auszubügeln,“ sagt Seidel, „Teambuilding ist total wichtig. Da wird auch mal Pizza bestellt und zusammen Fußball geguckt. Hauptsache wir halten jetzt alle zusammen.“

Zehn Siege – das hat Seidel seinem Team in der Winterpause als Maßstab für die zweite Serie auferlegt. Wenn es mit dem Klassenerhalt klappen soll, an den er so fest glaubt. Vier davon stehen bereits auf dem Konto. Und am Sonntag, 10. April, soll zu Hause um 15 Uhr gegen TuS Ennepetal der nächste Dreier her. „Abgesehen von der Situation haben wir da noch was gut zu machen“, spielt Seidel auf die herbe 1:7-Hinspiel-Pleite an. „Wir wollen“, sagt der Mannschaftskapitän, „zeigen, dass wir jetzt eine anderes Team sind. Das wir nicht so schlecht sind. Das wir mithalten können. Und deswegen gewinnen wir das.“

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